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Eine Frage der Bezahlung bei Stellantis

Stellantis-Chef Tavares hat 2022 zwar weniger verdient als im Vorjahr, doch seine Bezahlung dürfte erneut für Gesprächsstoff auf der Hauptversammlung des Automobilkonzerns sorgen.

Eine Frage der Bezahlung bei Stellantis

13. APRIL

Eine Frage der Bezahlung

Von Gesche Wüpper, Paris
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Das Gehalt von Konzernchef Carlos Tavares ist neben der vorgeschlagenen Ernennung von Benoît Ribadeau-Dumas, dem früheren Büro-Chef von Frankreichs Ex-Premierminister Edouard Philippe und inzwischen Partner der Agnelli-Holding Exor, als Nachfolger von Andrea Agnelli im Verwaltungsrat das Thema, das bei der Hauptversammlung von Stellantis am 13. April in Amsterdam für Schlagzeilen sorgen wird. Wieder einmal.

Die Frage, in welcher Höhe Tavares für seine Arbeit an der Spitze des 2021 aus der Fusion der Opel-Mutter PSA mit Fiat-Chrysler entstandenen Automobilkonzerns entlohnt wird, hat bereits letztes Jahr für Polemik gesorgt. Vor allem aber hatten die Aktionäre das Gehalt des Managers für das Geschäftsjahr 2021 in Höhe von 19,15 Mill. Euro inklusive variabler Anteile abgelehnt. Da Stellantis jedoch eine Gesellschaft niederländischen Rechts ist, war ihr Votum nicht verpflichtend. 2022 hat Stellantis einen Rekordgewinn von 16,8 Mrd. Euro eingefahren und Tavares für das Jahr ein Gehalt von 23,45 Mill. Euro erhalten – inklusive variabler Anteile, die erst 2024 und 2025 ausgezahlt werden sollen. Allerdings nur, wenn der Manager die langfristigen Ziele erreicht. Berücksichtigt man das Festgehalt und den variablen Anteil nur für 2022, hat Tavares vergangenes Jahr 14,9 Mill. Euro verdient, also 2,1 Mill. Euro weniger als im Vorjahr. Das liegt auch daran, dass die Prämie für die Entstehung von Stellantis in Höhe von 1,7 Mill. Euro weggefallen ist. Um eine neue Polemik zu vermeiden, hat Stellantis mehr als die Hälfte seiner institutionellen Investoren konsultiert. Entsprechend ihrer Empfehlungen für die Hauptversammlung sollen die Bedingungen für die Zahlung einiger Boni verschärft werden. 

Die Berater von Institutional Shareholder Services (ISS) empfehlen den Stellantis-Aktionären nun, für das Gehalt von Tavares zu stimmen. Der erhielt bereits Unterstützung von Geoffroy Roux de Bézieux, dem Chef des französischen Arbeitgeberverbandes Medef, der ihn als Kylian Mbappé der Automobilbranche bezeichnete. Frankreich habe das Glück, den besten Fußballspieler der Welt zu haben, schrieb er kürzlich auf Linkedin. „Es ist weniger bekannt, aber wir haben auch das Glück, den besten Automobilmanager der Welt zu haben.“

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