Aktien schwächen sich vor der Zollbekanntgabe ab
Finanzmärkte
Aktien vor Zollbekanntgabe leichter
Bei nervösem Handel fallen vor allem Pharmawerte zurück
wrü Frankfurt
Vor der Ankündigung von hohen Zöllen durch US-Präsident Donald Trump haben die Aktienmärkte bei nervösem Geschäft leichter tendiert. Der Dax schloss 0,7% ermäßigt auf 22.391 Punkten. Der MDax gab bis zum späten Nachmittag 1,4% nach, während der Euro Stoxx 50 mit 0,8% etwas weniger verlor. Auch die US-Aktienmärkte eröffneten auf ermäßigtem Niveau.
„Anleger sollten verschiedene Szenarien durchspielen und diesen jeweils Wahrscheinlichkeiten zuweisen“, sagt Maximilian Wienke, Marktanalyst bei eToro. „Das kann helfen, das Portfolio gezielt auf mögliche Entwicklungen vorzubereiten." Sollten die angekündigten Zölle tatsächlich in Kraft bleiben, seien schnelle Gegenmaßnahmen zu erwarten. Wenn die Situation eskaliere, könnte sich das, was wir aktuell bereits an den Märkten beobachten, weiter verstärken. „Die Flucht in sichere Anlagen dürfte zunehmen, während Aktien unter zusätzlichen Druck geraten würden“, erklärt der Analyst. "Eine vollständige Eskalation ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht eingepreist.“
Weil Trump auch Zölle auf Arzneimittel und medizinische Geräte erheben will, verloren Pharmatitel an Boden. So gaben Bayer am Nachmittag 4% ab, während sich Sartorius Vorzüge um 3,9% ermäßigten. Bei Rüstungsaktien kam es zu Gewinnmitnahmen. Rheinmetall schwächten sich am Nachmittag um 3,6% auf 1.305 Euro ab. Gegen den Abwärtstrend konnten im Dax Zalando um 2,3% zulegen.
Der Kurs der DWS Group, die ein Bußgeld wegen Greenwashing zahlen muss, gab am Nachmittag um 1,8% auf 50,35 Euro nach. Die Norma Group wurde von den Analysten der Quirin Privatbank auf „Sell“ herabgestuft, sodass die Aktie 6,2% auf 11,90 Euro verlor.
Nach schwachen Produktions- und Auslieferungszahlen im ersten Quartal gab die Tesla-Aktie im frühen Geschäft an der Nasdaq 4% ab.
Gold bleibt gefragt
Nach wie vor bleibt angesichts der hohen Unsicherheiten an den Aktienmärkten aufgrund Trumps Zollkeule Gold als sicherer Hafen gefragt. Der Goldpreis verbesserte sich um 0,2% auf 3.123 Dollar je Feinunze und liegt damit knapp unter dem kürzlich erreichten Rekordniveau bei 3.149 Dollar.
Der Euro gewann vor Bekanntgabe der Zölle gegenüber dem Dollar 0,5% auf 1,0845 Dollar. Am Devisenmarkt wird zunehmend die Gefahr gesehen, dass die Trump'sche Zollpolitik letztendlich die US-Wirtschaft schwächen werde. Auch würden immer mehr Investoren inzwischen ihre Dollar-Investments doch reduzieren. Insofern sei eher mit einem noch festerem Euro zu rechnen.
Am Anleihemarkt ermäßigte sich der Bund-Future um 0,1% auf 129,09%. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe erhöhte sich leicht auf 2,71%.
China bringt Green Bond
China emittierte zur Wochenmitte den ersten Green Bond auf Zentralstaatsebene im Londoner Handel. Dieses Debüt war an den Märkten lange erwartet worden. Es gab gleich zwei Tranchen mit den Laufzeiten von drei und fünf Jahren. Das dreijährige Papier ging zu einer Rendite von 1,88% an die Anleger, bei dem fünf Jahren laufenden Green Bond war es eine Rendite von 1,93%. Zuvor waren die beiden Papiere mit Renditevorgaben von um die 2,30% (drei Jahre Laufzeit) bzw. von um die 2,35% (fünf Jahre) vermarktet worden. Über jeden Bond wurden 3 Mrd. Yuan aufgenommen (ca. 410 Mill. Dollar). Es gab für die beiden Papiere zusammen mehr als 47 Mrd. Yuan an Orders. Die Titel werden auch in Hongkong gelistet.
Öl der Sorte Brent notierte mit 74,44 Dollar je Barrel kaum verändert. Hier steht die Ausweitung der Förderquoten durch die Opec plus der Zunahme der Spannungen zwischen den USA und dem Iran gegenüber.