Porsche-Ergebnis dürfte durch Zölle um 47 Prozent einbrechen
Die Nachricht, dass US-Präsident Donald Trump kurzfristig weitreichende Importzölle von 25% auf Autos und wesentliche Autoteile verfügt hat, hat für massive Verluste bei Autoaktien gesorgt. Auch Autozulieferer gerieten unter Druck. Im Dax büßten VW Vorzüge bis zum späten Nachmittag 1,5% auf 99,30 Euro ein. Dr. Ing. Porsche Vorzüge verloren 2,6% auf 48,72 Euro, BMW 2,2% auf 77,54 Euro und Mercedes-Benz Group 3,1% auf 56,25 Euro. Continental gaben 2,6% auf 68,38 Euro ab.
In einer aktuellen Studie haben die Analysten der DZ Bank zu den Auswirkungen der Zölle auf die deutschen Konzerne beleuchtet. Darin beziffern sie die erwarteten Ergebniseinbrüche durch die Zölle bei der Porsche AG auf rund 47% des Gewinns je Aktie, bei Volkswagen auf 32%, bei Mercedes-Benz auf 36% und bei BMW auf 27%. Die Experten der Bank weisen darauf hin, dass die jetzt angekündigten Zölle dem bisherigen Worst-Case-Szenario der Bank entsprechen. „Auch wenn Präsident Trump bereits mehrfach mit der Einführung von Strafzöllen von bis zu 25% gedroht hatte, dürfte die jetzige Verkündung das Sentiment und damit verbunden die Kurse der deutschen Autohersteller spürbar belasten.“
Auch auf Jahressicht verzeichnen die deutschen Autoaktien deutliche Verluste. Durch die Zölle ist das ohnehin schwierige Umfeld für Autoaktien noch schwieriger geworden, merkten Marktteilnehmer an. Anleger sollten sich am besten von diesen Titeln weiterhin fern halten.
Der Dax schloss mit einem Minus von 0,7% auf 22.679 Punkten. In ihm haben die deutschen Automobilhersteller nach den Verlusten der vergangenen Monate inzwischen ein deutlich niedrigeres Gewicht. Europäische Aktien fielen zeitweise auf ein Zweiwochentief. Der Euro Stoxx 50 gab um 0,x% nach.
Im Dax gewannen bis zum späten Nachmittag Henkel Vz. 2,4%, Zalando 2,4% und Symrise 1,7%. Hingegen gaben Heidelberg Materials 5% und Siemens Energy 4,3% ab.
Aufgrund der neuerlichen Unsicherheiten gewann der Goldpreis 1,2% auf das Rekordniveau von 3.058 Dollar je Feinunze. Öl der Sorte Brent ermäßigte sich um 0,8% auf 73,21 Dollar je Barrel.
Am Anleihemarkt notierte der richtungsweisende Bund-Future kaum verändert bei 128,28%.