Produktionsverlagerung in die USA

Hyundai hört Trumps Zollsignale

Der drittgrößte Autobauer der Welt ist auf dem wichtigen US-Markt besonders stark von Importen aus Korea und Mexiko abhängig. Nun ergreifen die Südkoreaner die Flucht nach vorn. Drastisch erhöhte Investitionen in den USA sollen Präsident Donald Trump überzeugen, keinen Importzoll gegen Südkorea zu verhängen.

Hyundai hört Trumps Zollsignale

Hyundai hört Trumps Zollsignale

Autobauer verlagert Produktion und stärkt Lieferketten in den USA – Investition von 21 Mrd. Dollar bis 2028

Der drittgrößte Autobauer der Welt ist auf dem wichtigen US-Markt besonders stark von Importen aus Korea und Mexiko abhängig. Nun ergreifen die Südkoreaner die Flucht nach vorn. Drastisch erhöhte Investitionen in den USA sollen Präsident Donald Trump überzeugen, keinen Importzoll gegen Südkorea zu verhängen.

mf Tokio

Der südkoreanische Autobauer Hyundai will bis 2028 insgesamt 21 Mrd. Dollar in den Ausbau der Fabrikkapazität und die Stärkung der Lieferkette in den USA investieren. Der weltweit drittgrößte Fahrzeughersteller hinter Toyota und Volkwagen reagiert damit als erster Branchenriese mit einer Investitionsoffensive auf die Drohung von US-Präsident Donald Trump, den Importzoll auf Autos auf 25% zu erhöhen. Der Präsident feierte die Expansionspläne der Hyundai-Gruppe als „klaren Beweis dafür, dass Zölle sehr gut funktionieren“.

Eigenes US-Stahlwerk für Hyundai

Der Verwaltungsratschef der Gruppe, Chung Eui-sun, verkündete mit Trump im Weißen Haus einen mehrgleisigen Investitionsplan. Danach fließen 8,6 Mrd. Dollar in den Automobilbereich, 6,1 Mrd. Dollar in die US-Lieferkette für Stahl, Komponenten wie Akkus und Logistik sowie 6,3 Mrd. Dollar in die Zusammenarbeit von eigenen Tochtergesellschaften mit US-Unternehmen bei autonomem Fahren, Robotik, künstlicher Intelligenz und Flugtaxis. Zudem versprach Chung den Kauf von US-Flüssiggas im Wert von 3 Mrd. Dollar für die Verwendung in Südkorea. Das geplante Stahlwerk in Louisiana soll jährlich 2,7 Mill. Tonnen Stahl für Hyundai- und Kia-Autos ab 2029 liefern.

Die Hyundai-Gruppe mit den Marken Hyundai, Kia und der Luxusmarke Genesis verkaufte im Jahr 2024 knapp 1,7 Mill. Fahrzeuge in den USA und erreichte damit gemäß Marktforscher Cox Automotive einem Marktanteil von 10,5%. Damit lag die Hyundai-Gruppe an vierter Stelle hinter General Motors (16,8%), Toyota (14,6%) und Ford (12,9%), gefolgt von Honda (8,8%) und Nissan-Mitsubishi (6,5%). Abgeschlagen kam Volkswagen auf einen Marktanteil von 4,5%.

US-Absatz von Importen abhängig

Jedoch importierten Hyundai und Kia 1,16 Mill. Autos aus Fabriken außerhalb der USA, was einem Importanteil von 68% entsprach. Hyundai exportierte 638.000 und Kia 377.000 Autos direkt aus Korea in die USA, weitere 142.000 Einheiten kamen aus Mexiko. Diesem Löwenanteil des eigenen Absatzes in den USA droht ein Einfuhrzoll von 25% womöglich schon ab dem 2. April. Vor allem Massenmodelle ließen sich mit diesem Preisaufschlag kaum noch verkaufen.

Die exportlastige Strategie ist der Hauptgrund, warum Hyundai mehr Autos in den USA selbst vom Band laufen lassen will. Der andere Grund sind die Subventionen aus der Amtszeit von Präsident Joe Biden für lokal hergestellte Elektroautos. Ein Joint Venture mit SK On baut für 5 Mrd. Dollar ein Akkuzellen-Werk in Georgia. Die jährliche Kapazität von 35 GWh reicht für 300.000 Batterieautos. Hauptzulieferer Hyundai Mobis wird die Akkupacks zusammenbauen.

Erhöhung der Kapazität um 20%

Vor diesem Hintergrund steigt die US-Kapazität der Südkoreaner von derzeit knapp 1 Million auf 1,2 Mill. Einheiten. In dieser Woche weiht Hyundai ihre Metaplant America in Georgia offiziell ein. Den Bau dieses Werks für 8 Mrd. Dollar mit 8.500 neuen Arbeitsplätzen hatte Hyundai-Chef Chung Trump bei einem Treffen in Seoul bereits im Jahr 2019 versprochen. Durch die neue Investition soll die Kapazität der Fabrik von 300.000 auf 500.000 Einheiten wachsen. Außerdem kann Hyundai in Alabama 330.000 und Kia in Georgia 350.000 Autos produzieren.

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