Märkte am Mittag

Dax zum Mittag deutlich im Minus

Die Anleger haben sich am Freitag von der schlechten Stimmung an den Überseebörsen anstecken lassen. Der Dax gab deutlich nach. In den USA hat die Korrektur der Technologiewerte an Fahrt gewonnen.

Dax zum Mittag deutlich im Minus

Nach der Rally des Vortags und vor den Zahlen vom amerikanischen Arbeitsmarkt haben die Anleger am deutschen Aktien die negative Stimmung an der Wall Street und den asiatischen Märkten übernommen. Der Dax kommt zum Mittag auf ein deutliches Minus von 1,6% auf 23.040 Punkte in den Handel gestartet. Am Vortag hatte er, angetrieben durch die Aussicht auf gewaltige staatliche Rüstungs- und Infrastrukturprogramme, erstmals ein Niveau von 23.476 Punkten erreicht. Damit hatte er im bisherigen kurzen Jahresverlauf bereits schwindelerregende 18% hinzugewonnen. Der Euro Stoxx 50 zeigte zum Mittag einen Verlust von 0,9% auf 5.470 Zähler. Die meisten Aktienstrategen gehen davon aus, dass sich die durch die Aussicht auf enorme staatliche Ausgaben getriebene Rally am deutschen Aktienmarkt fortsetzt. Aktuell seien vielfach nur Gewinnmitnahmen zu beobachten.

Konsumwerte schwach

Schwach zeigten sich konsumnahe Werte. So hatten Adidas einen Kursrückgang um 2,5% auf 235,30 Euro hinzunehmen. Zalando gaben um 2,4% auf 32,30 Euro nach. Zu den Verlierern gehörte auch Siemens Energy mit einem ausgeprägten Minus von 6,4% auf 54,72 Euro.

Der Rüstungswert Hensoldt verzeichnete ein starken Kursrückgang von 7,7% auf 67,40 Euro. Die Analysten von Kepler Cheuvreux stuften den Titel auf „Reduce“ herab. Das Tempo, in dem die Hensoldt-Aktie die Zukunft vorweg nehme, sei gefährlich hoch. Die Aktie sei inzwischen „zu heiß, um sie zu halten“.

Am frühen Nachmittag wird der Monatsbericht vom amerikanischen Arbeitsmarkt veröffentlicht, der zu den am stärksten beachteten Daten zur US-Volkswirtschaft behört. Gemäß der Konsensschätzung wird mit einem Anstieg der Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft um 160.000 Stellen für dem Februar gerechnet, was gegenüber dem Jobwachstum vom Vormonat von 145.000 Arbeitsplätzen eine Beschleunigung darstellen würde. Die Arbeitslosenquote soll bei 4% verharren.

Korrektur an der Nasdaq

Zuvor hatte es am Donnerstagabend den dritten Tag in Folge überwiegend Verluste an der Wall Street gegeben. Der wichtigste Benchmark-Index S&P 500 gab um 1,8% auf 5739 Punkte nach. Der technologielastige Nasdaq Composite ermäßigte sich sogar um 2,6% auf 18.069 Zähler. Verwiesen wurde in den USA auf Konjunktursorgen als Ergebnis der Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump , was vor allem die Technologiewerte unter Druck setzte. Der Philadelphia Semiconductor Index als Barometer großer Chipwerte stürzte sogar um 4,5% ab.

Über Nacht hatte es an den asiatischen Märkten ebenfalls Schwäche gegeben. Der japanische Nikkei 225 fiel auf den niedrigsten Stand seit sechs Monaten. Er verzeichnete einen kräftigen Rückgang um 2,2% auf 36.887 Yen. Der marktbreitere Topix sank um 1,6% auf 2.709 Zähler. Besonders schwach zeigte sich der Einzelhändler und Betreiber der Uniqlo-Bekleidungsgeschäfte Fast Retailing mit einem Kursrückgang von 3,6%. Am Markt wurde auf die Schwäche des Dollars und den Anstieg des Yen als sicheren Hafen verwiesen. Am Freitagmorgen legte die japanische Währung um 0,2% auf 147,60 Yen je Dollar zu.

Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stand am Mittag bei 2,832%, dies sind 5 Ticks weniger als am Vorabend. Sie war wegen der Perspektive deutlich höherer deutscher Staatsschulden zuletzt stark gestiegen. Viele Marktbeobachter halten es für möglich, dass sie in Kürze über die Marke von 3% klettert.

Greenback leidet unter Trump-Handelspolitik

Am Devisenmarkt fiel der Greenback fast auf den niedrigsten Stand seit vier Monaten, gemessen am Dollar-Index, der die Entwicklung des US-Dollars gegenüber den Devisen der sechs wichtigsten Handelspartner misst. Der Euro zeigte sich weiter sehr fest, er legte um weitere 0,8% auf 1,0864 Dollar zu. Unmittelbar nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten war noch diskutiert worden, ob die Gemeinschaftswährung auf die Parität zum Dollar fallen könnte.

Strategische Reserve beschlossen

Die Korrektur bei Bitcoin setzt sich fort. Die Kryptowährung gab leicht um 0,2% auf 89.283 Dollar nach. Präsident Trump hatte am Donnerstag eine Executive Order zur Einrichtung einer „strategischen Bitcoin-Reserve“ unterzeichnet. Trump hatte zuvor gesagt, dass fünf Kryptowährungen in der Reserve vertreten sein sollen, und zwar neben Bitcoin Ether, XRP, Solana und Cardano.

Der Preis der wichtigsten Ölsorte Brent Crude, der zeitweise bis auf 69,30 Dollar je Barrel gefallen war, erholte sich und verzeichnete später einen Anstieg von 1,6% gegenüber Vortag auf 70,56 Dollar.