US-Zölle belasten Aktien, Ölpreis und Dollar – Anleger steuern sichere Bundesanleihen an
Die drastischen Zollerhöhungen von US-Präsident Donald Trump haben deutliche Spuren an den Finanzmärkten hinterlassen. Der Dax rutschte am Donnerstag bis auf 21.809 Zähler ab. Zur Mittagszeit hat der deutsche Leitzindex seine Verluste aber etwas eingegrenzt und liegt wieder über der Marke von 22.000 Punkten. Der deutsche Leitindex notiert mit 22.040 Zählern und ist damit 1,6% tiefer als am Vortag. Der Euro Stoxx 50 Index verliert zur gleichen Zeit 2,2% auf aktuell 5.187 Zähler.
Weltwirtschaft näher am Abgrund
„Die verhängten Zölle übertreffen die Erwartungen bzw. Befürchtungen", sagte Thomas Altmann von QC Partners. Damit rücke der US-Präsident die Weltwirtschaft näher an den Abgrund heran. „Dieses Vorgehen wird weltweit Wachstum kosten.“ Ab dem 5. April soll laut Trump nun ein Basiszoll von 10% auf alle Importe in die Vereinigten Staaten gelten. Zudem kündigte Trump am Mittwoch noch höhere Zölle auf einige der größten Handelspartner an, die am 9. April wirksam werden sollen. Für die Europäische Union sollen Zölle in Höhe von 20% greifen.
Adidas und Puma unter Druck
Zu starken Verlierern zählen nach den Zollankündigungen die Aktien der Sportartikelhersteller Adidas und Puma. Adidas rutscht um 10% ab, bei Puma sind es Verluste von etwas mehr als 8%. „Sportbekleidungsmarken werden von den höheren Zöllen auf Vietnam unverhältnismäßig stark betroffen sein", sagte Analyst Cedric Rossi von der Investmentbank Bryan Garnier. Vietnam wurde von Trump mit einem Zollsatz von 46%, Kambodscha mit 49%, Bangladesch mit 37% und Indonesien mit 32% belegt. Adidas hat im vergangenen Jahr 39% seiner Schuhe und 18% seiner Bekleidung in Vietnam hergestellt. Für Adidas sind Indonesien und Kambodscha ebenfalls wichtige Produktionsstandorte. Nike verloren in Frankfurt ebenfalls rund 10%. Nike produzierte in seinem Geschäftsjahr 2024 die Hälfte seiner Schuhe und 28% seiner Bekleidung in Vietnam.
An den Devisenmärkten gibt der Dollar kräftig nach. Der Euro wird aktuell mit 1,1107 Dollar bezahlt. Das sind 2,3% mehr als am Mittwoch.
Rezession befürchtet
Verluste gab es auch an den Rohstoffmärkten, so etwa beim Ölpreis. Für ein Fass der Nordseesorte Brent werden mittags 72,01 Dollar bezahlt und damit 3,9% weniger als tags zuvor. US-Leichtöl WTI trifft es mit Verlusten von rund 4,2% noch stärker. Anleger befürchten, dass es infolge der Zölle bzw. eines möglicherweise weiter eskalierenden Handelskrieges zu einer weltweiten Rezession kommen könnte.
Vor diesem Hintergrund steuerten die Anleger dann die sicheren Häfen an. Für die Feinunze Gold wurden zeitweise fast 3.169 Dollar bezahlt. Dann nahmen die Anleger aber Gewinne mit. Mittags kostete das gelbe Metall 3.121 Dollar und ist damit 0,4% tiefer als am Mittwoch. Die Bundesanleihen profitierten auch von der Flucht der Anleger in Sicherheit. Die zehnjährige Bundrendite fiel von 2,73% am Vortag auf ein vorläufiges Tagestief von 2,63% und liegt mittags bei 2,64%. Bei den zweijährigen Papieren des Bundes ging es unter die Marke von 2%. Das Tief wurde mit 1,92% gesehen. Dort rentiert der Kurzläufer auch aktuell.