Dax im Minus – US-Zollpolitik im Blick der Anleger
Die Nervosität am deutschen Aktienmarkt nimmt vor der Bekanntgabe neuer Zölle der US-Regierung zu. Der Dax liegt zur Mittagszeit bei 22.345 Zählern und damit 0,9% unter dem Schlussstand des Vortages. Der Euro Stoxx 50 Index verliert 0,4% auf 5.301 Punkte. „Die Gefahr eines Handelskrieges war lange nicht so groß wie aktuell", so Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Bis zur Verkündung der Zölle am Mittwochabend (MESZ) sei bei den Anlegern Abwarten angesagt. Die von Präsident Donald Trump geplanten Aufschläge dürften sich gegen eine Vielzahl von Ländern richten, die Handelsüberschüsse mit den USA haben. Diese dürften wiederum mit Gegenmaßnahmen reagieren. „Natürlich kann es sein, dass sich der US-Präsident am Ende durchsetzt und bessere Deals für alles verhandeln wird, aber realistisch ist es nicht“, sagte Stratege Jochen Stanzl von CMC Markets. „Trump gegen die ganze Welt bedeutet eben im Zweifel auch die ganze Welt gegen Trump.“
Pharmaaktien im Minus
Auf den Verkaufslisten der Anleger finden sich zur Wochenmitte Pharmaaktien. Der Grund ist, dass US-Präsident Trump im US-Gesundheitssektor mit Massenentlassungen für Unruhe sorgt. Der europäische Branchenindex liegt zur Mittagszeit mit 2% im Minus. Die Aktie von Bayer verliert 3,9%, bei Sartorius ist es ein Abschlag von 3,4%. „Die schlechte Stimmung schwappt aus den USA herüber, nachdem Trump in dem Sektor gewütet hat", so ein Marktteilnehmer. Die Kürzungen, die mehrere hochrangige Behörden des Gesundheitsministeriums betreffen, darunter die FDA, die CDC und die National Institutes of Health, sind Teil eines umfassenden Plans der Regierung, die Ausgaben drastisch einzudampfen.
Auch am Bondmarkt richten die Anleger den Blick auf die US-Zollpolitik und gehen in die Defensive. Die zehnjährige Bundrendite ist bei unveränderten 2,68%. Der Euro notiert mit 1,0806 Dollar und ist damit 0,1% höher als am Dienstag.